Einblicke gewinnen und dazulernen

Polina Podtichova ist die kommenden vier Wochen als Trainee bei der IG Metall Gaggenau zu Besuch, um vor allem in Bereich der Jugendarbeit zu lernen.

Herzlich willkommen in Gaggenau, Polina. Bitte erzähl doch kurz etwas über dich…

Hallo zusammen! Ich bin Polina Podtichova, 32, und komme ursprünglich aus dem schönen Nürnberg im Frankenland.

Und was bringt dich nach Gaggenau?

Ich habe im März dieses Jahres meine Stelle als Studierendensekretärin in den IG-Metall-Geschäftsstellen Friedrichshafen-Oberschwaben und Singen begonnen. Im Zuge meiner Arbeit soll ich vor allem mit dual Studierenden, Werkstudierenden und Ferienbeschäftigten arbeiten. Oft hat man damit auch mit der Jugend allgemein und mit Azubis zu tun. Da sich die Arbeitsbereiche von Studierendensekretär*innen und Jugendsekretär*innen regelmäßig überschneiden, möchte ich mich in beiden Bereichen weiterbilden und durchlaufe daher eine Praxisphase in Gaggenau mit Fokus auf die Jugendarbeit.

Wieso hast du dich für die Arbeit bei IG Metall entschieden?

Als ich frisch in die Arbeitswelt gestartet bin, wurde ich von Arbeitgebern oft über den Tisch gezogen (Schichtbeginn/Einstempeln erst ab 17:00 Uhr, man soll aber schon um 16:45 Uhr umgezogen bereitstehen und am besten auch noch die Übergabe machen) und ahnte zwar, dass viele Abläufe nicht legal waren, wusste aber nicht, wie ich diese verbessern könnte. Daher möchte ich heute vor allem jungen Arbeitnehmer*innen das nötige Wissen mitgeben, was rechtens ist und was nicht, an wen man sich in diversen Situationen wenden kann, und ihnen auch die Augen dafür öffnen, wie viel ihre Arbeitsleistung tatsächlich wert ist.

Und was hast du vorher gemacht?

Vor meiner Anstellung bei der IGM habe ich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Referat für internationale Angelegenheiten Studierende beraten. Vielen internationalen Studierenden sind ihre Rechte und Pflichten bei Ankunft in Deutschland natürlich nicht bewusst, egal ob es um das Meldeverfahren, Versicherungen oder das Arbeitsrecht geht. So gab es leider auch etliche Verstöße bei einem bestimmten Arbeitgeber nahe Erlangen, welcher schlecht informierte Studierende im Jahr um 40 Stunden oder auch mehr pro Woche arbeiten ließ. Daraufhin bekamen diese Probleme mit der Ausländerbehörde und ihrem Aufenthaltstitel, was für sie zusätzlich zur 40-Stunden-Woche und dem anspruchsvollen Vollzeitstudium natürlich kein großer Spaß war. Daher ist es mir ein Anliegen, junge Menschen zu bilden, damit solche Situationen gar nicht erst entstehen und um gute Strukturen für sie zu schaffen.

Bist du auch privat viel unterwegs oder gehst du es eher ruhig an?

Sowohl als auch. Bildung und politischer Aktivismus sind mir auch privat sehr wichtig, weshalb ich mich nach Möglichkeit auch dafür einsetze. Ansonsten habe ich es aber tatsächlich eher gemütlich, verbringe viel Zeit mit Simulationsspielen, meiner Katze oder im Sommer auch im Wasser. Wenn ihr also Tipps für gute Stellen zum Schwimmen in und um Gaggenau habt – immer her damit!

Zum Abschluss noch eine letzte Frage: wie ist denn dein Eindruck von Gaggenau und worauf freust du dich in nächster Zeit besonders?

Die Schwarzwaldregion finde ich wunderschön, meine Fahrt hierher war ein Traum! Und die Azubis, dual Studierenden und JAVis, die ich in meinen ersten Tagen in Gaggenau kennenlernen durfte, haben echt viel auf dem Kasten! Daher bin ich gespannt darauf, was ich noch alles von ihnen und ihren tollen Aktionen lernen kann.