Haltung zeigen. Zukunft gestalten.

IG Metall Gaggenau setzt am 1. Mai klare Zeichen für gute Arbeit und eine starke Industrie.
Mit einer gut besuchten Veranstaltung auf dem Marktplatz hat die IG Metall Gaggenau am 1. Mai 2026 den Tag der Arbeit begangen. Unter dem Motto „Haltung zeigen. Zukunft gestalten.“ machte der Tag deutlich: Die Herausforderungen für Beschäftigte in der Region sind groß – ebenso aber auch die Kraft von Solidarität, Tarifbindung und Mitbestimmung. In seiner Rede ordnete der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Bodo Seiler, die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage ein. Steigende Unsicherheit in der Industrie, internationale Krisen und ein zunehmender Druck auf Arbeits- und Schutzrechte stellten Beschäftigte und Gewerkschaften vor große Aufgaben. Die Antwort der IG Metall sei dabei eindeutig: nicht Rückzug, sondern aktives Gestalten von Arbeit, Industrie und Gesellschaft. Betriebe zeigen, worum es wirklich geht Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen bewusst Stimmen aus den Betrieben. Kolleginnen und Kollegen von Cosmos, Duvenbeck und IPETRONIK schilderten, wie sich Tarifflucht, fehlende Transparenz oder unklare Entgeltsysteme konkret auf den Arbeitsalltag auswirken. Deutlich wurde: Tarifverträge sind keine Formalie, sondern entscheiden über Einkommen, Verlässlichkeit und Respekt im Betrieb. Die Berichte zeigten zugleich, wie wichtig konfliktfähige Mitglieder, Betriebsräte und eine starke IG Metall sind, wenn Rechte angegriffen oder ausgehöhlt werden sollen. Organisation, Beteiligung und Durchsetzungskraft sind dabei die entscheidenden Faktoren. Zukunft entsteht im Betrieb Dass gewerkschaftliche Arbeit nicht nur Abwehr, sondern auch Gestaltung bedeutet, wurde am Beispiel Siemens Rastatt deutlich. Dort haben Beschäftigte, Betriebsrat und IG Metall eigene Zukunftsperspektiven für den Standort entwickelt, als tragfähige Konzepte der Unternehmensleitung fehlten. Das Beispiel machte klar: Zukunft entsteht dort, wo das Wissen und die Erfahrung der Beschäftigten ernst genommen und organisiert werden. Ein weiteres zentrales Beispiel war Daimler Truck Gaggenau. Aus dem Programm „Cost Down Europe“ wurde durch Verhandlungen und Mobilisierung ein verbindlicher Zukunftstarifvertrag. Dieser sichert Beschäftigung, definiert Perspektiven für die Standorte und stärkt die Durchsetzungsrechte der Beschäftigten. Für den Standort Gaggenau bedeutet das konkrete Zukunftsperspektiven in zentralen Bereichen der Antriebs- und Getriebetechnologie. Jugend als Maßstab für Glaubwürdigkeit Keine Zukunft ohne Jugend! Junge Kolleginnen und Kollegen machten deutlich, dass Zukunft nur dann glaubwürdig ist, wenn sie sichere Ausbildung, gute Übernahmebedingungen und echte Mitbestimmung beinhaltet. Gleichzeitig wurde klar: Haltung zeigen heißt für viele junge Menschen heute auch, offen gegen Ausgrenzung, Spaltung und den gesellschaftlichen Rechtsruck einzutreten. Solidarität bleibt die Antwort Zum Abschluss unterstrich der 01. Bevollmächtigte: Gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine zukunftsfähige Industrie fallen nicht vom Himmel. Sie brauchen Investitionen, eine aktive Industriepolitik, starke Tarifverträge und demokratische Mitbestimmung. Die Kosten von Transformation und Krise dürfen nicht auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Der 1. Mai 2026 in Gaggenau machte deutlich: Haltung zeigen und Zukunft gestalten ist kein Schlagwort – sondern tägliche gewerkschaftliche Praxis in den Betrieben und in der Region.