Ein Meilenstein konnte im Jahr 2019 gesetzt werden. Erstmals wurde ein Tarifvertrag bei HBPO in Rastatt erkämpft und durchgesetzt. „Damals war schon klar, dass dieser Tarifvertrag die Grundlage ist, um weitere Schritte hin zum Niveau des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie zu vereinbaren. Das haben wir nun geschafft!“ Freut sich der Betriebsratsvorsitzende und Mitglied der Verhandlungskommission Slobodan Jovanovic.
Insbesondere bei den Sonderzahlungen, der wöchentlichen Arbeitszeit und den Schichtzuschlägen, gab es noch eine erhebliche Differenz zum Flächentarifvertrag. Ziel der IG Metall Mitglieder bei HBPO war es, in allen diesen Punkten zu einem Ergebnis zu kommen.
„Der hohe Organisationsgrad der IG Metall Mitglieder hat uns in den Verhandlungen den Rücken gestärkt. Das und die lösungsorientierte Verhandlungsführung von der Geschäftsleitung HBPO war die Grundlage, dass wir in allen Punkten eine Verhandlungslösung gefunden haben.“ Erklärt Martin Obst, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gaggenau.
Das Ergebnis: Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhöhen sich schrittweise auf das Niveau des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. In zwei Schritten wird des Tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG) und der Zusatzbetrag eingeführt. Damit haben die Beschäftigten bei HBPO ebenfalls die Möglichkeit statt dem T-ZUG freite Tage in Anspruch zu nehmen. Schichtzuschläge werden schrittweise an die Regelungen im Flächentarifvertrag angeglichen. Zu guten Letzt wird die Arbeitszeit in fünf Stufen von 37,5 auf 35 Wochenstunden abgesenkt.
Bei diesen Verhandlungen wurde noch ein weiterer wichtiger Punkt geklärt. Viele Konfliktherde zwischen den Arbeitnehmervertretern und Arbeitgeber sind in der Vergangenheit nicht geregelt worden. Das führte insbesondere in der Belegschaft zu viel Unmut. Sowohl der Betriebsrat und IG Metall als auch die neuen Vertreter*innen des Arbeitgebers haben den festen Willen, Gräben zuzuschütten und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
„Ich finde das eine sehr gute Nachricht für die Beschäftigten. Unterschiedliche Meinungen kann man ja haben aber unsere gemeinsame Aufgabe ist es dann Lösungen zu finden. So wie ich die jetzige Geschäftsführung bei den Verhandlungen kennen gelernt habe, bin ich da sehr optimistisch, dass es künftig eine sehr viel konstruktivere Zusammenarbeit zwischen den Interessenvertretungen geben wird.“ Zeigt sich Martin Obst optimistisch.