Wir sagen Danke!

606 Kolleginnen und Kollegen mit gelebter Gewerkschaftsgeschichte

75 Jahre Mitgliedschaft. Das bedeutet ein Dreivierteljahrhundert Solidarität. Ein Dreivierteljahrhundert Gewerkschaftsgeschichte. Und ein Dreivierteljahrhundert voller Veränderungen in Betrieben, Gesellschaft und Politik.

Die Jubilarinnen und Jubilare der IG Metall Gaggenau haben den Wiederaufbau nach dem Krieg erlebt, das Wirtschaftswunder, die Einführung der 40- und später der 35‑Stunden-Woche, technologische Umbrüche, wirtschaftliche Krisen und gesellschaftliche Veränderungen. Viele von ihnen haben diese Entwicklungen nicht nur beobachtet, sondern aktiv mitgestaltet.

Mit zwei feierlichen Jubilarehrungen am 24. Juli und 31. Juli 2026 würdigte die IG Metall Gaggenau insgesamt 606 Mitglieder für ihre jahrzehntelange Treue zur Gewerkschaft. Ein beeindruckendes Zeichen für Zusammenhalt, Verlässlichkeit und gelebte Solidarität.

Geehrt wurden 208 Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft, 185 für 40 Jahre, 116 für 50 Jahre, 69 für 60 Jahre, 17 für 70 Jahre und elf Kolleginnen und Kollegen, die der IG Metall bereits seit 75 Jahren die Treue halten.

Eine Zeitreise durch 75 Jahre Gewerkschaftsgeschichte

Durch beide Veranstaltungen führte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Bodo Seiler. Gemeinsam mit den Gästen begab er sich auf eine Zeitreise durch die Beitrittsjahre der Jubilare.

Die Reise begann im Jahr 1951 – in einer Zeit, die noch vom Wiederaufbau nach dem Krieg geprägt war. Sie führte über die Jahre des Wirtschaftswunders, die Kämpfe um Mitbestimmung und Arbeitszeitverkürzung, wirtschaftliche Krisen, gesellschaftliche Umbrüche und technische Revolutionen bis ins Jahr 2001.

Dabei wurde deutlich, wie eng die Geschichte der IG Metall mit den Entwicklungen in den Betrieben und der Region verbunden ist. Viele Errungenschaften, die heute selbstverständlich erscheinen, mussten über Jahrzehnte hinweg erkämpft werden: bessere Arbeitsbedingungen, mehr Mitbestimmung, soziale Sicherheit und gerechte Tarifverträge.

Die Mitglieder stehen im Mittelpunkt

In seiner Rede machte Bodo Seiler deutlich, worum es bei einer Jubilarehrung eigentlich geht:

Nicht um Jahreszahlen. Nicht um Statistiken. Sondern um Menschen.

Um Menschen, die Betriebsräte gegründet, Tarifverträge erkämpft, Verantwortung übernommen und Solidarität gelebt haben. Menschen, die die wirtschaftliche Entwicklung der Region mitgestaltet und die IG Metall über Jahrzehnte hinweg getragen haben.

„Was gut ist, bleibt nur gut, wenn Menschen dafür einstehen“, betonte Seiler. Die Geschichte der IG Metall sei deshalb immer auch die Geschichte ihrer Mitglieder.

Besondere Würdigung für 75 Jahre Treue

Mit besonderer Hochachtung wurden die elf Mitglieder geehrt, die bereits seit 75 Jahren der IG Metall angehören.

Sie traten in einer Zeit in die Gewerkschaft ein, in der Wohnungsnot, Lebensmittelknappheit und die Folgen des Zweiten Weltkriegs den Alltag prägten. Sie halfen mit, die Gewerkschaft wieder aufzubauen und die Grundlagen für viele soziale und tarifliche Fortschritte zu schaffen.

Ihr Einsatz und ihre Treue haben dazu beigetragen, dass die IG Metall heute die größte Einzelgewerkschaft der Welt und eine starke Stimme der Beschäftigten ist. Dafür erhielten sie den besonderen Dank und die Anerkennung aller Anwesenden.

Herausforderungen bleiben – Solidarität auch

Der Blick zurück war zugleich ein Blick nach vorn. In seiner Rede ging Seiler auf die aktuellen Herausforderungen für Beschäftigte und Gewerkschaften ein.

Die Transformation der Industrie, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Antriebstechnologien und der internationale Wettbewerbsdruck verändern die Arbeitswelt tiefgreifend. Entscheidend sei daher nicht, ob Veränderung komme, sondern wer sie gestalte und zu welchen Bedingungen sie stattfinde.

Ebenso deutlich positionierte sich die IG Metall zu den aktuellen Debatten über Arbeitszeiten, Sozialstaat, Altersteilzeit und soziale Sicherungssysteme. Gute Tarifverträge und ein starker Sozialstaat seien keine Gegensätze, sondern gehörten zusammen. Sie sorgten für Sicherheit, Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde machte Seiler deutlich, dass es dabei nicht nur um Entgelt gehe. Es gehe ebenso um Beschäftigung, Standorte, Tarifbindung und die Zukunft der Industrie in der Region.

Ein Abend voller Erinnerungen und Begegnungen

Neben der feierlichen Ehrung boten die beiden Veranstaltungen viel Raum für persönliche Gespräche, gemeinsame Erinnerungen und Begegnungen mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Die Namen der Jubilarinnen und Jubilare wurden auf Leinwänden und Wandzeitungen gewürdigt, eine Fotobox sorgte für bleibende Erinnerungen an den Abend.

Danke für Haltung, Treue und Solidarität

Zum Abschluss dankte Bodo Seiler den Jubilarinnen und Jubilaren für ihre jahrzehntelange Verbundenheit mit der IG Metall.

Denn die Geschichte der Gewerkschaft wird nicht von Organisationen geschrieben, sondern von den Menschen, die sich zusammenschließen, Verantwortung übernehmen und füreinander eintreten.

Oder wie es in der Rede hieß: Gemeinsam können wir etwas bewegen. Das ist keine Theorie. Das ist unsere Geschichte.

Die IG Metall Gaggenau sagt deshalb von Herzen: Danke für Eure Treue. Danke für Eure Haltung. Danke für Eure Solidarität. Und danke dafür, dass Ihr die IG Metall über Jahrzehnte hinweg stark gemacht habt.