Beschäftigte von Daimler Truck in Gaggenau und Mercedes-Benz in Rastatt/Kuppenheim haben sich am bundesweiten Automobil-Aktionstag der IG Metall beteiligt. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ machten sie deutlich: Die Transformation der Automobilindustrie darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.
Bei Daimler Truck in Gaggenau und bei Mercedes Benz Rastatt/Kuppenheim kamen die Beschäftigten betrieblichen Aktionen zusammen. Bundesweit beteiligten sich Beschäftigte an zahlreichen Aktionen der IG Metall, um für die Zukunft der Industriearbeitsplätze und der Automobilstandorte in Deutschland einzutreten.
Die Ausgangslagen in beiden Unternehmen sind unterschiedlich. Bei Daimler Truck in Gaggenau tragen die vereinbarten Zielbilder und der Zukunftstarifvertrag. Gleichzeitig macht die IG Metall deutlich, dass Sicherheit nur dann dauerhaft Bestand hat, wenn sie mit Produkten, Investitionen, Auslastung und Wertschöpfung unterlegt wird.
Am Standort Rastatt steht die Diskussion um die langfristige Zukunft der deutschen Mercedes-Benz-Standorte im Mittelpunkt. Betriebsrat und IG Metall weisen die Vorstellung zurück, Wettbewerbsfähigkeit vor allem durch längere Arbeitszeiten, niedrigere Einkommen oder Einschnitte bei tariflichen Leistungen herstellen zu wollen. Produktivität müsse Zukunft und Standortentwicklung schaffen – nicht Beschäftigung abbauen.
Die Beschäftigten stellen sich den Herausforderungen der Transformation. Sie haben in den vergangenen Jahren immer wieder Verantwortung übernommen, neue Technologien mit umgesetzt, Flexibilität gezeigt und Veränderungen mitgetragen. Deshalb erwarten sie zu Recht, dass auch Unternehmen und Politik ihren Beitrag leisten. Notwendig sind Zukunftsprodukte, Investitionen in moderne Anlagen und Technologien, eine verlässliche Auslastung sowie klare Perspektiven für die Standorte.
„Was heute an einem anderen Standort durchgesetzt wird, kann morgen zum Maßstab für die ganze Branche werden. Deshalb stehen wir zusammen, bevor aus einzelnen Angriffen ein Flächenbrand wird“, erklärte Bodo Seiler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Gaggenau.
Auch die Politik steht in der Verantwortung. Der industrielle Umbau braucht bezahlbare Energie, schnellere Genehmigungen, eine leistungsfähige Lade- und Wasserstoffinfrastruktur sowie faire Wettbewerbsbedingungen. Wer die Transformation politisch will, muss auch die dafür notwendigen Voraussetzungen schaffen.
Für die IG Metall gehören industrielle und soziale Sicherheit zusammen. Gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Perspektiven und tarifliche Standards sind kein Wettbewerbsnachteil, sondern eine Voraussetzung für Innovation, Motivation und wirtschaftlichen Erfolg.
„Wer von den Beschäftigten Beiträge verlangt, muss offenlegen, welche Produkte, Investitionen und Arbeitsplätze an den deutschen Standorten gesichert werden. Zukunft entsteht nicht durch pauschalen Verzicht, sondern durch eine belastbare industrielle Strategie“, betonte Sok-Yong Lee, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gaggenau.
Die Botschaft des Aktionstags war daher eindeutig: Die Beschäftigten sind nicht das Problem, sondern ein entscheidender Teil der Lösung. Einseitige Verzichtsforderungen und ein Abbau von Arbeitsplätzen sind jedoch keine Antwort auf die Herausforderungen der Branche. Investitionen, Innovationen und sichere Perspektiven für die Beschäftigten bleiben der Schlüssel zu einer erfolgreichen industriellen Zukunft.